Dienstag, 13. Dezember 2016

ME MYSELF & I ABC



 
ME MYSELF & I

A B C  und  1  2  3


A

 

Brief  an eine junge Frau der next generation

 

liebe  C O C O,

 

DU fragst, was ich zur Zeit mache.

Hier meine Antwort, so kurz es geht.

Ich sammle  B L O G S,
day by day-posts, die ich zuvor nicht rausgelassen, sondern im stillen Kämmerlein habe schlummern lassen. Während draussen die Geldgeschichte tobt und andere AutorINNEN sich Marktanteile sichern, habe ich auf ihre Stunde gewartet und die schlägt /// jetzt.

Wovon handeln die B L O G S,
was posten sie wem?

Sie handeln von einer ersten Person: mir.

Das kann jede/r.

Aber sie handeln von einer ersten Person, mir, so, daß sie auch von der zweiten Person DIR handeln. In der Weise, daß der/die andere sich darin wieder erkennt.

Das ist schon schwerer, aber nicht schwer.

DU kannst sie NACHRICHTEN AUS DEM ICH, nennen.

Ich ziehe das Wort Lachrichten vor, weil entweder andere oder ich selber darüber lachen, was für Eselsohren ich manchmal habe, die tumbe Tör/IN.

Wie ich immer wieder in eigene Gruben falle, die beim Leser/der Leserin dann vielleicht zu Grübchen werden. Das heißt: sie handeln von Misses g. und deren Missgeschicken, den kleinen Sorgen des Alltags von Montag bis Freitag, der längst kein ALLtag oder Tag des Alls mehr ist, wie kosmisch er sich auch immer gebärdet.

Was steckt dahinter, was verbirgt sich hinter den posts?

Ein bestimmtes Ziel, das ich mir bereits vor Jahren gesetzt habe:
der Wunsch,  eine  g l ä s e r n e   F r a u
zu werden, transparent, ja geradezu transpa-apparent, gleich in der Transparenz aufscheinend, und das heißt vollkommen durchsichtig.

DU kennst meine Blickboxen. Ausdruck einer Vorliebe für transparente Plastik. Dafür mußte ich mir selbst auf die Schliche kommen, das braucht Schreibzeit, die sich für den Leser/die Leserin auf Lesezeit verkürzt.

Wie ich die B L O G S nenne? Meine posts heissen:
Nachrichten aus dem ich.
Neue Formel: mit dem Leser auf DU, das hat es schon gegeben.

Mit der Leserin auf ‚ich’ nicht.

Die Blick-Boxen sind Umschläge. Sie enthalten alles Mögliche von poetisch bis politisch, von banal bis radikal. Oft habe ich spätere Romane und Theaterstücke so begonnen. Viele Einträge sind in sich selbst Gedicht. Es gibt aber auch Liebesbriefe und kleine Lehrveranstaltungen, besonders für die Kurse in der Sommerakademie auf Zakynthos.

Zeitweise laufe ich in den B L O G S für H.&M. oder Lidl auch Reklame. Dann sind die Beiträge Verbraucherjournalismus.

Oft klebe ich alles Mögliche ein, aber damit ist es heraus: meine  B L O G S  sind nicht digital, sondern analog und bestehen zu 100% aus Handschriften.

Oh der Graus! 

Handschriften, Manuskripten, Doppelgraus!!

und sie nennen sich auch noch ‚trésors’, Schätze, trésors de la manuscriterie ginka steinwachs, und liegen ::::: jetzt kommts ::::: seit dem 5ten Dezember 2014 zum Teil auch bereits im ARCHIV DER AKADEMIE DER KÜNSTE ZU BERLIN, wo sie entsprechend behandelt und von Fachkräften um Sabine Wolf mit allem Notwendigen: Inventarnummer, Stempel, Schuber, Aufkleber versorgt werden.

Was nun aber auf u-n-s zukommt, das ist ihre  E X P O.

Und da kann ich DEINEN jugendlichen Übermut,
DEINE Frische,
DEINE Hingabe und
DEINEN Ideen-Sprudel brauchen. Von
DEINEM Fachwissen und
DEINER Geschicklichkeit in der digitalen Welt gar nicht zu reden. Sie soll Mitte Mai 2017 stattfinden, wird ‚Archiveröffnung’ sein und einen Teil des Studiofoyers im Hanseatenweg ausfüllen. Wie würdest DU sie nennen? Tor im Labor?
Ich habe sie unter der Überschrift:
ME MYSELF & I
A B C und 1 2 3
bereits vor Augen.

Mit einer Schriftwand links, einem Film in der Mitte, einer Präsentation in Vitrinen und einer Miniperformance von mir.

Mehr für jetzt nicht.

Als Vokalsparerin wie immer h r z l

 
DEINE ginka

Dienstag, 22. Mai 2012

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http:///ginka steinwachs.blogspot.com/

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kleine prosa

OHRWORT

und wenn ich nicht gestorben bin, dann lebe ich heute noch. mein name ist   w i l h e l m  grimm, und ich bin der ältere bruder von   j  a  k  o  b    grimm.  gemein-sam sind wir die  gebrüder   g r i m m, verfasser der deutschen kinder- und hausmärchen.
ich bin wie hans im glück  i n   einer glückshaut gebo-ren.  i  n   der glückshaut stecke ich und  darin  bleibe ich stecken. ich habe *wünschliche* gedanken.
ich lebe in einer jungen zeit, wo das wünschen hilft.
wir haben uns kinder- & hausmärchen gewünscht … und wie sehr haben die ersten siebzehn auflagen unse-re kühnsten wünsche übertroffen.
ausrufungszeichen. übertroffen!
die ersten siebzehn auflagen haben unsere wünsche kinder- und hausmärchenhaft übertroffen.
diese ausrufung gibt uns ein zeichen.
wünschen hilft.
deshalb hat der klang noch sinn & bedeutung.
das ist leicht abzumerken.
vignette ( gabi francik )
h i e r  sind wieder haus- und kindermärchen anzu-kündigen, die ihre haut, eine ganz eigene glückshaut, zu markte tragen.
anstelle eines vorwortes mit V, aber ohne H, schreibe ich dazu ein ohrwort mit H aber ohne V.
das OHRwort bringt sich zu gehör.
es ist an die offenen ohren der hörer gerichtet.
anders gesagt: es geht von mund zu OHR.
und kann und darf und wird deswegen auch weiter-
gesagt werden. von jungen in alte und von alten in junge ohren, soweit der himmel geht.
und weil es so gut ist, als habe ich das OHRwort schon geschrieben, während ich es schreibe, und weil es so gut ist, als hätten SIE das OHRwort schon gehört, während SIE es hören, kann ich ja getrost anfangen, zu gehör bringen und hören lassen, was sich wie gehört.
vignette ( gabi francik )
aus: die prinzessin mit den schmutzigen fingernägeln
LACHWORT

jakobs mundfahrt

…..
…….

vorzeiten gab es ein land
wo die nacht immer hell war,
weil der schultheiss den mond für drei taler gekauft,
an einem hohen eichbaum befestigt, ihm täglich öl aufgegossen, ihn rein erhalten, und dafür wöchentlich zween groschen von den landleuten erhalten hat.
nun war es aber ganz stille in diesem land.
bei der nacht war zwar taghelles licht zu sehen, aber nirgends nicht ein laut zu hören.
diese lautlosigkeit der nacht hatte es in sich.
Sie machte die landleute erst unruhig, dann trübte sie ihren schlaf, dann betrübte sie ihre seelen.
endlich über eine weile so kamen sie im rathause zusammen, beratschlagten sich, hielten rat unter-einander und einigten sich auf folgende


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Bekanntmachung
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
wir ……. die unterzeichneten
haben am …… des monats …. des jahres ….
um dreiundzwanziguhrneunundfünfzig
mit höchstderoselbem placet beschlossen, den beschluß gefaßt und bekräftigen ihn hiermit auch urkundlich, unseren
stillen MOND
gegen einen
lauten MUND
auszutauschen, alldieweil für uns kein schöner ding ist, als ein mund, der spricht
als ein mund, der küßt
als ein mund, der schmatzt
als ein mund, der schlürft
als ein mund, der plappert
ein mund, der verschlumpunzt
ein mund, der singt,
ein mund, der lEbt
ein mund, der lIebt
ein mund, der lEIbt
ein mund, der lOobt
und ein mund, der lAbt.
E I EI O A  =  A E I O
kurz: wir wollen einen zunehmenden mUnd und einen mUnd, der zunimmt.
wir wollen einen abnehmenden mUnd und einen mUnd, der abnimmt.
wir wollen einen h a l bmUnd und einen g a n z- mUnd am himmel haben.
schon morgen hängen wir zu unserer freude den ganzmUnd am himmel auf, und die kunde davon verbreitet sich in alle lande. und zuvörderst sagt uns der mUnd die  g e l b e  woche der prinzessin auf, damit erheitern sich unsere seelen, und dann fährt der mUnd mit der  w e i s s e n  woche fort und damit enttrüben sich unsere nächte.
unserem mUnd ist die prinzessin MIT, die prinzessin MIT den schmutzigen fingernägeln, unsere prinzes-sin, einprogrammiert.
Pr…inzessin und Pr…ogramm haben schließlich auch die ersten schwersten buchstaben miteinander gemein.
ton ab.
licht aus.
und so tauscht unser land denn das licht gegen den ton.
vignette: gabi francik
http:///ginka steinwachs.blogspot.com/

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flying lesbians,

produkt einer schreibenden AUTOMATIN
d   r   a   m   o   l    e   t    t &
transgenderline für b. ehnes

aus: berliner bilderbogen
lützowplatz
oder: ischWitz und ischFitz

hilfe, hiilfe, zu hiiilfe!
dieser text  ( oldie )  ist konstrukt.
bis auf die lebenden personen, denen
kunst allein  nicht beikommt.

ischWitz sieht aus wie eine madonna aus der zeit der schwarzen romantik, die in die breite gegangen ist.
ischFitz imitiert perfekt das image eines als strich-junge verkleideten französischen parachutisten.
beide nehmen ihre herkunft aus einem waffenlager.
sie haben sich gerade eine walther 8 pistole mit neun schuß zugelegt.
auf & auf & auf.
auf der straße nehmen leute, auf die sie gezielt haben, sie aufs korn.
darum ist ihnen die strasse verleidet.
bei tisch saugen sie eier, die man ihnen untergescho-ben hat, lautstark aus und bis aufs dotter in sich hi-nein.
darum ist ihnen der tisch hoch willkommen.
ischWitz schlägt mündlich eischnee zu schaum-speichel, ischFitz gibt sich dem genuß eitriggelben eigelbs sinnenfreudig hin.
ihr kulinarischer küchenkalender ( KUKÜ ) umfaßt sonst noch krokodile, die sie schlangen, schlangen, die sie salamandern, salamander, die sie fröschen, frösche, die sie krebsen und krebse, die sie austern vorzieht.
das ganze will in burgunder geweicht und in butter gesotten sein ( BURBU ).
bei tage hört ischWitz nah und bei nacht sieht ischFitz fern. bei tage sieht ischWitz rot und bei nacht macht ischFitz blau.
die frauen rund um den lützowplatz zollen ihnen ihren tribut: sie kommen, die eine mit einem kartoffelschäl- die andere mit einem braten- die dritte mit einem weissbrotmesser.
wie sie aussehen?
ischWitz langem haar ist eine tendenz zur erde eigen.
es ist leicht gewellt und fällt und fällt.
ischFitz kurzes haar reckt sich in die höhe.
es ist nagelkurz gekappt und steht zu berge.
im übrigen kann frau sagen, daß ischWitz malt – jedefrau soll malen – und daß ischFitz liest – jedefrau soll lesen.
jeder frau ist lesen pflicht.
wie sie sich anreden?
ischWitz sagt *kati* zu ischFitz.
jedefrau soll zu jederfrau *kati* sagen.
ischFitz sagt *kati* zu ischWitz.
jedefrau soll zu jeder frau *kati* sagen.
jedefrau sagt jederfrau ihren namen ins gesicht.
denn der name *kati* erleichtert die unterscheidung.
wenn sie in der redaktion der *hexenpresse* sitzen, dann klopfen ischWitz und ischFitz diese und andere sprüche auf sinn, unsinn und hintersinn ab.
merkspruch: trenne nie F W,
denn es tut ihm weh.
wohin sie gehen?
den tiergarten mit seinen menschenfressenden krokodilen, hochgiftigen riesenschlangen, feuerspei-enden salamandern, quäkenden wetterfröschen, hoch-roten flußkrebsen und analgeschwängerten kanalau-stern durchschreiten *kati* und *kati* bei bedecktem himmel burberry-bedeckt.
ihre reitstiefel pochen auf wegsand.
der wiesengrund ist zu breiiger masse erweicht.
es hat seit den späten morgenstunden unterbrochen geregnet. die federnde hängebrücke, welche den krokodilstümpel krönt, wird von brüllenden löwen, die nach bestienart alle schwänze von sich gestreckt haben, bewacht.
die lichter des 21.ten berliner frühlingsfestes über-blenden den angrenzenden schlangenverseuchten rhododendronhain. das blaulicht des mercedessterns am europa-center und das blaue licht der streifen-wagen der polizei machen dem feuerwerk der sala-mander im rosengarten konkurrenz.
wer wird denn mit quäkenden wetterfröschen riesen-rad fahren, wenn es auf der gleichen seite des land-wehrkanals, nur ein kleines stück weiter weg, den garantiert rostfreien TURBOJET, modell der firma bähtz aus mössel an der maar zu besteigen gibt?
vom SUPERJET der firma pähtz aus pössel an der paar und vom ROUND-UP der firma wähtz aus stössel an der star vorderhand nicht zu reden.
jetzt aber los.
how long is now?
ischWitz fährt für ihr leben gern TURBOJET, die langen haare, denen eine tendenz zur erde eigen ist, sind dann leicht gewellt und fallen fallen.
ischFitz kann nicht nein sagen.
sie liest ischWitz jeden wunsch vom auge ab.
ihr nagelkurz gekapptes haar reckt sich dann in die höhe und steht zu berge.
der TURBOJET wird von einem pilaster mit vier sternen gebildet.
er erweist dem gestirnten himmel über sich reverenz.
erdgleich egozentrisch dreht er die eigene achse, während das geschmeiss der sterne sich mit blüten- kränzen aus glühbirnen liebessüchtig an den kalten raum verliert. ( sic ).
nur ungern schliessen sich ischWitz und ischFitz in die arme. aber was vermögen sie gegen den sog?
der anlaß ist gegeben.
gefahr im verzug.
gedämpfte hast schließt sie in immergrüne kabinen ein und läßt sie in rote plastikpfühle versinken.
*kati* und *kati* haben gerade noch zeit, den abzug der geladenen walther 8 pistole zu spannen, als die fahrt auch schon losgeht und die kabine mit ihnen abbraust wie der wind, das himmlische kind.
der motor heult auf.
da verwinkel – wankeln sich sterne.
ischWitz und ischFitz bekommen ohrensausen.
der kalte raum verlegt sich ihnen gegenüber aufs kreissen. wen oder was der wohl gebiert?
ischWitz und ischFitz werden ein eigentümliches augenflimmern darüber nicht los.
der motor hört auf, zu heulen.
nun jaulend, läuft sein getriebe aus.
das bremst die rasendrote fahrt der frauen plötzlich.
der run ins tintenblaue gezelt des abendhimmels bricht ab.
ischWitz, der schlangen-salamander-krokodil-kotz-übel ist, muß lachen.
ischFitz, die sich krebs-austern-froschvoll übergibt, stimmt ein.
der kassierer mit den schwarzen wimpern
der kassierer mit den schwarzen wimpern und den veilchenblauen augen mißversteht den witz und hätte die schultern seiner fahrgäste beinahe mit den finger-spitzen berührt.
vorsicht hochspannung, lebensgefahr!
die unterlassungssünde rettet ihm das leben.  
merkspruch: binde nie F W
denn es tut ihm weh.
obwohl das firmament über CONNYS FLIPPER-SCHAU sie wiederholt mit goldflitter berieselt, beschliessen ischWitz und ischFitz doch – eine frau ein wort – sich an diesem abend nicht auf das delphinspringen einzulassen und stattdessen den SUPER-JET der firma pähtz aus pössel an der paar fahrend zu erfahren. dafür gibt es einen guten grund:  
die unruhig auf- und abhüpfenden buchstaben der JET-reklame halten nicht weniger als 630 meter schienen, 21 meter höhe und 75 kilometer höchst-geschwindigkeit, die sie in vier sturztälern verspre-chen, für wen?
für die fahrgäste bereit.
es sind wenigste.
SICHERHEIT VOR ALLEM.
EINMAL JÄHRLICH ÜBERPRÜFUNG DURCH DEN TÜV!
auf felsichten brocken bei mondenschein sind schwarze madonnen am schönsten zu sehen.
in schwindlichten schluchten bei meteoriten-beschuß
bleiben nur parachutisten militärischer art fest.
ischFitz fährt auf den tod gerne SUPERJET.
ischWitz, deren weiches herz klopft, kann es ihr
nicht abschlagen.
so stürzen beide ins vergnügen und bestehen in
halsbrecherischer manier abenteuer.
der SUPERJET verhält sich zur achterbahn wie die weltweit gefeierte primadonna zur unbekannten chanteuse. ein kettenseil, das sich zur zerreissprobe dehnt, hievt muntere mobile in die höhe.
diese ist albartig veranlagt und gibt den fallharten blick auf sturztäler frei. wenn die mobile erst richtig in schwung gekommen sind, dann ziehen ihre katzenaugen im dunkel der nacht helle schlaufen.
je vier helle schlaufen zusammengenommen eine 8,
je vier achten zusammengenommen eine 8888.
auf das glockenzeichen, das lockt, besetzen *kati* und *kati* ein munteres mobil. sie keilen sich vorschriftsmässig ins gefüge der sitzbank ein und
lassen stromliniengeführte türen gehorsam beiseite.
eine sintflutliche vorrichtung zieht sie hoch.
das ist der auftakt zur *kati*- katapultierung in ein von donnerstössen erschüttertes, blitzartig erleuch-tetes gefälle. das *kati*- katapultierte mobil fegt,
als das glockenzeichen bockt, wie feuer über den gleissenden strang der schienen.
es überholt die geschwindigkeit im rausch und jagt das tempo, das sich verkrochen hat, aus dem loch.
ischWitz und ischFitz können gar nicht anders:
sie versprühen ihre seelen im raume.
magnetische kräfte pressen ihre körper leib an leib.
ischWitz, ausser sich, singt.
ischFitz bei sich, sinnt.
ich sage und schreibe nur vielsagend:
FLYING LESBIANS!
auf das glockenzeichen, das stockt, ist die fahrt vorüber. der operateur zieht in seinem kabuff die
bremskolben an, ischWitz und ischFitz werden gezwungen, das muntere mobil zu verlassen.
die vier sturztäler A B C und D der ludwig harigen
allseitigen beschreibung der welt gehören damit auf
die nikolas bornierte erdabgewandte seite der geschichte.
das ROUND-UP – können SIE noch? – der firma
wähtz aus stössel am grünen star ist eine gigantische faschingstrommel. sie ist oben aufgeschnitten wie eine konservenbüchse aus der fleischfabrik.
SIE denken dabei an den mittelalterlichen querschnitt des nürnberger narrturmes. aber der deckel muß dann abgehoben sein.
womit hier gearbeitet wird, das ist zentrifugalkraft.
haken und ösen, an denen die fahrgäste sich halten, schliessen zentripetal wirkende kräfte von verhäng-nisvoller wirksamkeit aus.
wenn der mechanisierte leierkastenmann im innern des apparats zu stimmen anhebt, dann beginnt die schwangere auster im tanzboden der luft zu kreisen. ischWitz und ischFitz, die beide auf leben und tod  ROUND-UP fahren, packen die gelegenheit beim schopf. gerade, als der gefährlichste moment gekommen ist, es kitzelt, steigen sie zu.
das gefährt ist keine raumSONDE, sondern raum-
KREISEL. ausschweifende bewegungsmanöver erlaubt es der kabine nicht.
der kreisel dreht und verdreht sich in sich selber.
eben hat die schwangere auster horizontal gelegen, da stellt sie sich vertikal auf und teilt die luft schneidend in zwei hälften. unter hundert stehplätzen, die leer stehen, ist es für ischWitz und ischFitz keine kunst, einen zu finden.
ischWitz lehnt ihr madonnengesicht an den haken.
ischFitz wetzt die parachutistenjacke an ösen glatt.
ein marksrück pro person läßt dem abenteuer freien lauf.
der leierkastenmann speit luftschlangen.
die luft entfährt harmonisch dem kreissaal des apparats.
eine losbude nebenan dreht mit einer orgelkantate durch.
die lebkuchenfrau daneben gibt einen schrillen ton an.
blues-vesper.
ischWitz und ischFitz fassen sich an die nerven.
der mechanisierte leierkastenmann leert den kasten bis aufs bier. das gebietet der losgelassenen narrheit der sausenden runde einhalt. in sturmeseile kehren
ischWitz und ischFitz dem fahrenden gewerbe den rücken zu.
sie reissen den mund erst vor dem ausschank einer baude mit glühwein auf, die heisses naß in weissen bechern feilbietet.
ihre augen schliessen,ihre zungen öffnen sich dem genuß.
erst als die hitze vom fußnagelbett bis zum haar-wurzelboden hochkriecht, nehmen sie es nachein-ander mit einer würfel,- wurf,- und schießbude und deren vereinnahmern auf.
in der wüste des lützowplatzes die würfelbude.
sie steht an einem der vier eingänge und ist dem
durchgangsverkehr sichtlich im weg.
ihre spielfläche ist ein einziger kahlschlag.
ein schild verheisst dem spieler ab 12 punkten
( treffer ) einen kleinen und ab 18 punkten ( voll-treffer ) einen grossen gewinn.
ischFitz hat eine, vom knobeln her, recht geübte hand.
sie wagts und gewinnt.
ischWitz hat keine, vom knobeln her, recht geübte hand. sie wagts nicht und gewinnt nicht.
der erste wurf von ischFitz ist ein treffer.
er trägt ihr mit 12 punkten kleine fische ein.
der zweite wurf – les jeux sont faits – bleibt im ergeb-nis deutlich unter der marke.
erst der dritte wurf, 18 punkte, volltreffer, bringt die spielerin groß heraus.
mehr ist aus der kahlgeschlagenen baude der wüste des lützowplatzes nicht zu holen.
die fische ins butterbrotpapier, das butterbrotpapier in die parachutistenjacke, die parachutistenjacke an den nächsten pfahl.
die fische in eine der drei jackentaschen, neben die öffnungen mit dem kartoffelschäl-braten- und weiß-brotmesser, neben die pistolenhülle mit der geladenen walther acht.
im sumpf des lützowplatzes sodann die wurfbaude.
sie steht – im regen durchaus keine oase – gewisser-maßen auf moor. sechs konservenbüchsen mal drei kehren triefnasse deckel auf einer attrappe von samt, auf einer attrappe aus holz, auf einer attrappe der erde, zur feuchten luft.
mit einer kugel.
wer alle büchsen auf einmal von ihrem platz auf der erde herunterreißt, bekommt es mit dem dackel in begleitung einer männlichen person in der bodenku-lisse zu tun, der ein seitliches losschiessen der bewer-ber, bei strafe des ausschlusses vom wurfspiel, bellend untersagt.
ischWitz ist irritiert. ihr erster ball geht voll daneben.
der zweite trifft die büchsenperipherie und erst dem dritten wurf bleibt es vorbehalten, die büchsenleiber zum umfallen zu bewegen.
p     -     e     -     n     -     g.
ischWitz dampft vor vergnügen.
sie gewinnt dem sumpf der baude mühelos ein pfund butter, ein pfund kaffee und eine flasche likör nach der anderen ab.
alle diese dinge hat der ausrufer der menge per mikro-fon angepriesen.
wie zerronnen, so gewonnen, sagt ischWitz und findet, es sei abschliessend zeit, zu gehen.
ischFitz ist damit aber gar nicht einverstanden und bedingt sich noch eine gelegenheit zur manifestation ihrer starken persönlichkeit aus.
in der heide des lützowplatzes dann die schießbaude.
die steht provisorisch auf sandigem grund und ist von innen nach aussen und aussen nach innen durchge-hend von pappe.
an der hinterwand tonröhrchen.
sie hängen da wie fledermäuse und rühren sich sowenig wie zigaretten im etui.
ischFitz nimmt das gewehr zur hand, stützt seinen kolben auf die ellenbogen und zielt solange, bis sie die schwache stelle der altbayrischen zielscheibe auf anhieb trifft.
DER JUNKERNADLER ALS ZIEL IS NICH SCHLECHT, DA KUN MA SCHIESSN, WAS MA MÖCHT. AN ADLER MITN BOLZN, AN JUNKER MIT DA BÜCHS UND MACHET MAS UMGE-KEHRT, NA SCHADETS A NIX.
es knallt.
paffpaffpeng.
es bröckelt:
dongdongding.
es rieselt:
dingdingdong.
ischFitz hat – der ton des röhrchens ist hinüber – eine riesenmeerschaumpfeife samt inhalt gewonnen, mit der es keine plastikblume, kein kuschelhase und kein teddybär in megaformat aufnehmen kann.
da steht sie nun.
ischWitz reicht ihr feuer.
und schmaucht pfeife. 
Ginka Steinwachs
Innsbrucker Wochenendgespräche 10ter bis 13ter mai 2012

HUMOR als Witz

meine sehr geehrten damen und herren,

ich lade SIE ein zu einer reise von innsbruck nach nach nach … hat jemand eine idee? nach griechenland. und da wir alle gemeinsam einen flieger nehmen, sind wir in knappen zwei stunden dort und be- finden uns alssogleich zu füßen des … hat jemand eine idee? des olymp. auf diesen berg hinauf führt natürlich eine seilbahn, welche es mit der von saha hadith auf- nehmen kann. die braucht allerdings etwas länger, so daß wir den herrlichen gipfel erst nach weiteren dreissig minuten erreichen, von wo aus wir ganz griechenland mit dem peloponnes und den sowohl ionischen wie äolischen inseln u—n—t—e—r uns sehen. andere touristen würden stundenlang bei dem unter sich verweilen. wir aber richten den blick nach oben, ü –b—e—r uns und schauen zum wolkenpalast der olympischen götter hinauf, der auch eine klingel hat, woraufhin sie kommen. erst der donnerer zeus mit dem … dreizack, daneben seine frau die … kuhäugige hera, dahinter die geschwister im geiste apoll und athene und und und. und als wir uns von dem schreck, ja vielleicht besser choc ihres anblicks erholt haben, drücken sie ihre zufriedenheit über unseren besuch aus – heutzutage schauen gar nicht mehr soviele besucher über sich nach oben, die meisten verzehren ihr pausen- brot oder fotografieren. deshalb sagen die götter zu uns: wir hätten jetzt einen wunsch frei. wie herrlich, antworten wir und denken dabei an ein langes gesundes leben in frieden, die weisen, das knacken des jack-pots, die aufgeregten, an ein schloß, eine insel, ein erlebnisareal, die jungen, auf den gedanken eines dänischen philosophen aber kommt keineR von uns, den ich IHNEN hier doch nahebringen will, weil er mit unserem thema zu tun hat und weil er abstrakt ist. wünscht dieser herr doch: er möchte immer die lacher auf seiner seite haben. woraufhin die götter lachen. mehr noch: ein gelologisches symposion ( gelächter ) veranstalten, zum zeichen: sein wunsch sei gewährt. ich auch. ich möchte SIE hier und heute auch als lacher auf meiner seite haben, d.h. erstens zum lachen bringen und zweitens durch nachdenken erheitern. zu dem zwecke lese ich jetzt e n t w e- d e r mein gedicht: ‚monolog der beleidigten leberwurst’ vor, das eine alltagssituation durchspielt o d e r trage einen humor vor, der mir als witz erzählt wurde. merke: humor ist, wenn man trotzdem lacht. e n t w e d e r: monolog der beleidigten leberwurst DU hast angefangen schöne bescherung erst große versprechungen alles ver-sprecher und dann lange nichts geblähtes nichts weniger als was es ist zum aus der haut fahren haut-couture wände hochlaufen krätze kriegen zum ohrverschluß nie mehr will ich hörig auf DICH hören DU weißt ja gar nicht was DU sprichst DIR entfallen worte wie darmpilz candida albicans weil DU DEINE zunge nicht hütest, sondern ihr freien auslauf gewährst da läuft mir schon mal eine laus über die leber o d e r: scheiss schüler-austausch steckt ein junger pinguin bis zum hals im beutel einer kängurumutter. es ist heiß. um ihn herum die sengende weite der australischen steppe & fährt sich mit dem flügel über die schweißgebadete stirn: scheiss schüler austausch. :::::::::::::::: & die umkehrung känguru in der arktis ist auch wahr kierkegaard, alias viktor eremita e n t w e d e r - o d e r etwas seltsames ist mir passiert. ich wurde in den siebenten himmel entrückt. da saßen alle götter versammelt. aus besonderer grnade wurde mir die gunst zugestanden, einen wunsch auszusprechen. willst DU, sagte merkur, willst DU jugend oder schönheit oder macht oder ein langes leben oder das schönste mädchen oder irgendeine von den vielen herrlichkeiten, die wir da in der kiste haben, so wähle, aber nur eine(s). ich war einen augenblick unschlüssig; dann wandte ich mich an die götter und sagte: hochzuverehrende zeitgenossen, ich wähl(t)e das eine, daß ich immer die lacher auf meiner seite haben möge. keiner der götter sagte ein wort. aber sie fingen alle an, zu lachen. daraus schloß ich, daß meine bitte erfüllt sei, und ich fand, daß die götter sich mit geschmack auszudrücken wußten. es wäre doch zu dumm gewesen, ernsthaft zu antworten: es sei dir gewährt. 

Samstag, 15. Mai 2010

DAS THEATER ALS ORALISCHE ANSTALT

DAS THEATER
ALS ORALISCHE ANSTALT

liest sich wie eine kleine vorgeschichte
aus der frühzeit des rappens &
verleiht demselben vorträglich einen nahrhaften sinn

es ist eine bühnenwahrheit, dass jeder autor das theater neu für sich erfindet. Büchner ist so ein erfinder, brecht ein anderer, um nur zwei deutsche dramatiker mit B zu nennen.
paradox genug, gehört Brecht eigentlich ins neunzehnte und Büchner ins zwanzigste jahrhundert.
ich meine das so, daß Brecht auf der höhe der äste des baumes der sprache hantiert, während Büchner sich in der gegend der wurzeln abar-beitet.
diese ab-arbeit ist bereits die
des oralischen theaters oder die des theaters als einer oralischen anstalt.
ra-ra-rap. heute würde man sagen : der rapper hat das wort.
denn das wort ‚oral’ hat die stunde geschlagen.
der schlag der stunde geht für eine bühne, der bretter welt bedeuten, in die magengrube.
denn den brettern ist das deuteLn vergangen.
vorhang.
überhaupt hat die bühne sich aufgelöst, ganz
gleich, ob als guckkasten, drehbühne, doppel-decker oder freilichtraum. weil: sie hat sich von den akteuren ( spielern ) gänzlich auf die spektateure ( zuschauer ) verlagert, die durch ihr mitspiel zu spekta’K’teuren werden, die betonung liegt auf dem zweiten, sogenannten aktiv K.
bühne im zuschauerraum? neij.
zuschauerraum bühne? jein.
wir ( einzahl-wir – mehrzahl – ich ) wollen der frage gemeinsam mit dem besteck der zunge zu leibe rücken. die steigerung des kulinarischen theaters ist: das restaurant.
dem spekta’K’teur in der vielzahl läuft
wasser im munde zusammen, weil personen
& sachen in speichelflüsse gekommen sind. serviert wird in allen gängen mundgerecht: sprache.
als dialekt des gefühls ansteuernd gegen die hochsprache des verstands.
als regionale spezialität der seele.
da sind zum beispiel die entree: ein cham-pagner-sorbet, der plat de resistance: atlantikkrebse & bresse-hühner, das dessert: cremetorten & schnäpse.
so die speisenfolge der ersten vier szenen meiner ‚george sand’, frau in bewegung,
frau von stand.
im geschmack einem unterdrückten sinn
das wort erteilen, vom geruch der tabak- und haschisch-räucher-räusche sekundiert. sekundiert auch vom tastsinn oder takt, der
in den fängen des anfangs wer war & ganz
aus der mode zu kommen droht, dadurch daß einzahl-wir und mehrzahl-ich ihn überhaupt nicht mehr leiblich zu spüren vermögen.
vorhang.
durch den vorhang weht es wie durch einen waaaaald. ( vlado kristl ).
ra – ra - rapp.
das theater als oralische anstalt ist oral.
oralität bezeichnet im sinne der freud -lacanschen stufen der libido-entwicklung
eine regression auf die erste & niedrigste
von drei ( darunter zwei höheren ) stufen.
aller fortschritt ist regressiv, sagt wiesengrund.
dadurch wird dem oralischen theater – ra ra rapp – indirekt seine progressivität beschei-nigt.
oase in wüsteneien macht e s mit großem
‚E’ und gesperrtem ‚s’ eine im ausdörren begriffene sprache wie kapital, das zuvor fest angelegt war, flüssig.
artikulatorisches wohlgefallen an worten.
sie werden allemal, bevor verdaut, durchge-kaut. wortgelage. sprachschmaus.
man öffne die augen.
man reisse den mund auf.
vorhang.
das spiel beginnt im gehege der zähne unter dem harten gaumen.
die bühne ist weich wie pfühl.
der zungenteppich nass und kühl.
ein open-air-festival in betautem gras.
wortbrei zerdrücken. die geschmackspapillen und schmeckwarzen prüfen und stillen auf dem umweg über speiseröhre magen und gedärm – spieler mitspieler und zuschauer-appetit.
ra – ra - rap.
was die akteure und spektaKteure hinter dem wulstvorhang der lippen tun, ist brabbeln.
was sie lassen, plappern.
E s mit großem E und gesperrtem s spricht.
E s artikuliert sich.
E s gestikuliert.
E s ist im falle von george sand geschichtlich. E s antwortet auf die frage:
‚wie finde ich wieder stand und leiste so widerstand.’
nach einer gescheiterten beziehung, nach einer flucht aus der provinz, vor dem entschei-denden literarischen durchbruch undsoweiter-fort.
urgeschichte der moderne.
vorhang.
falsch. sondern:
moderne der urgeschichte.
vorhang.
richtig.
meiner geschichte als schriftstellerin, die demnächst bis zu ‚sappho in palma’ über gertrude stein den bach der zeit herunter-schwimmt, eurer geschichte als frauen, die an den festgeschriebenen örtern rütteln, unserer geschichte als mitspieler, die george sand immer erneut in den zeugenstand einberufen. das gaumentheater des mundes hat ein klaus heinrich - emblem: die bocca della verita.
ginka steinwachs

kleines oralon des eros

KLEINES ORALON DES EROS

mit dem hunger fängt alles an.
heisst es bei ernst bloch.
Ist es übermütig hinzuzufügen: auch das sexuelle verlangen?
wer appetit hat, dem läuft das wasser im munde zusammen, sagt der volksmund.
dieses wasser ist in anthropologischer hinsicht
wie der entfernt-ferne nachklang einer urerin-nerung daran, daß die spezies mensch vor jahr-
millionen aus dem meer an land gestiegen ist.
der appetit und das sexuelle verlangen haben
dieses regressive moment miteinander gemein,
daß sie uns metaphorisch gesprochen, einladen, wieder ins meer hinabzusteigen.
das meer ( element wasser )
die frau ( element erde ) und die zubereiteten speisen auf dem gedeckten tisch ( element feuer ) sind wahlverwandte ( element luft ).
hunger oder ein sexuelles verlangen verspüren,
bedeutet auf der ersten oralen stufe auch, sich die welt zu munde zu führen, das heißt
* sie durch eine bestimmte erogene zone des körpers einzuträufeln, zu filtern, sie durch den oder die knotenpunkte zu trichtern, zu destil-lieren, die brückenköpfe im sinne einer intimberührung mit der aussenwelt sind.
essen und küssen sibd insofern identisch, als der mund kirschlippen und brathendln mit der gleichen, nur ihm eigentümlichen intensität umfängt*; sehr frei nach frederic lange:
manger ou les jeux et les creux du plat.
da haben wir sie alle drei: den grossen mund, die kleine welt der person ( frau/mann) oder der sache ( gekochtes, gebratenes, geräucher-tes ) und damit das kulinarische dreieck von
claude levi-strauss.

DAS HAUS MEINES HERZENS
STEHT SPERRANGELWEIT OFFEN.
ROSENFLORIG MACHT ZUKUNFT ES HOFFEN.
UND WEIL ICH NICHTS BEDAUERN MUSS,
VERSINKT ES STILL IM HOCHZEITSKUSS.

in meinem theaterstück über george sand, frau in bewegung, frau von stand, läuft der heroine, in einer, meiner persönlichen lieblingsszene, beim anblick der in lockenflausch und duft-spitzen rätselhaft aufgelösten schauspielerin marie dorval von der menschlichen, ah pardon, französischen komödie, das wasser im munde zusammen. dieses wasser, welches ihr im munde zusammenläuft, ist das des verlangens.
und sie tut etwas sehr merkwürdiges darauf-hin: und zwar w ä s s e r t sie die geliebte.
führt sie aus dem dschungel einer haschischplantage heraus ( die beiden haben gekifft ) und ins element wasser hinein: ein strom b e t t.

ES GIBT NUR EINS,WAS ZÄHLT:DIE KUNST, DEM VERLANGENIM DSCHUNGEL EINER HASCHISCHPFLANZUNGSEIN STROMBETT ZU BEREITEN.

FILMEINBLENDUNG SUPER 8:

marie in einen durchsichtigen sarg wie transi-torisch in tod gebettet.
george naht sich ihr auf einem gläsernen kothurn, sie durch cunnilingus erlösen.
jetzt kommt leben in den sarg.
und er bewegt sich auf gläsernen füssen fort.
george: es sprießt in HOMOLULU.
ich bin baum und du bist busch.
der sarg geht ins wasser und treibt auf silber-nen flossen dahin.
marie: es fließt in HOMOLULU.
ich bin floß und du bist fluß.
QUADRILLE DER OBER aus dem wasser:
die damen haben HILFE gerufen?
servieren: EINE BELOVED AURORA DA
EINE BLOODY MARY HIER.

ich paraphrasiere.
die szene spielt in HOMOLULU.
ein leben ohne liebe, affektive nahrungs-aufnahme durch den mund der geliebten, wird hier dargestellt als vorübergehender tod.
der tote leib liegt deswegen in einem sarg, weil er auf das verlangen nach liebe hin durchsich-tig ist.
frau vergleiche auch die märchenmetapher vom glassarg, zum beispiel bei schneewitt-chen.
die affektive berührung von mund zu mund im kuß, von lippen zu schamlippen im cunnilin-gus, gleicht einer nutritiven.
dadurch geraten die stockenden lebensströme in fluß. der sarg bekommt buchstäblich füsse.
die quadrille der ober ( oberen ) ist dagegen ganz handbegreiflich. sie bedient die liebende ( aurora, die sonne geht auf ) und die geliebte
( eine kirschlippenrote purpurmarie ) zwar, aber keineswegs intimer als mit einem bloßen drink.

FAZIT: keine erste hilfe von obern
( oberen ).


ich beschliesse
das kleine oralon des eros
mit einer üblen nachrede.

nebentischherren der affektierten guten gesellschaft spucken pfriem aus:

es rasseln mit raspeln lasben.
es lispeln mit lippen lisben.
es stechen wie wespen lesben.